Home
Zw. Revolte & Krieg
Afghanistan-Krieg
Krieg in Libyen
USA
USA - Wahlen ab 2008
Projektion: 6. Nov.
Präsidentschaftswahl
Von Iowa bis Florida
Perry vs Obama
Dominanz der Rechten
Election 2012 - DEM
US-Census 2010
Nachlese 2010
7 Key Races
Senat
Repräsentantenhaus
Ohio 2008
353 + X Wahlmänner
Electoral College 08
GRÜNE
LINKE
homo ludens
Reise des Lucas Leon
Politics - misc
Archiv
Archiv - Gentechnik
Über mich
Twitter & Facebook
Kontakt & Impressum

Vorwahlen der Republikaner: Von Iowa bis Florida

UJN 21.01. [Update: 22.02.2012]

 

Hauptartikel: US-Präsidentschaftswahl 2012: Scheinbare Wahlfreiheit


Von Iowa, über New Hampshire nach South Carolina und Florida reist dieser Tage der Wahlkampftross der republikanischen Partei und am Ende des Monats wird sich das Feld der Bewerber auf vermutlich drei, vielleicht auch vier Kandidaten reduziert haben und ein erster Favorit absehbar sein. Am 21. Januar 2012 ist die erste Wegmarke: Die Vorwahl in South Carolina, am 31. schließlich die nächte in Florida.


Michele BachmannEigentlich haben die Vorwahlen der Republikaner noch gar nicht richtig begonnen und schon steigen einzelne Bewerber aus dem Rennen aus:  Michele Bachmann, Abgeordnete des Repräsentantenhauses und Aktivistin der Tea Party, erklärte gleich nach ihrer Niederlage in Iowa, wo sie nur 5% der Stimmen erhielt, ihren Rückzug; Rick Perry wollte als texanischer "Governator" und als Amtsnachfolger von George W. Bush in Texas auch in Washington in dessen Fußstapfen treten, schied jedoch nach 10,3% in Iowa und 0,7% in New Hampshire ebenfalls bereits aus dem Rennen aus.  Dabei hatte er im Sommer einen derart großen Vorsprung unter den Bewerbern erreicht, dass viele Beobachter davon ausgingen, es könne auf ein Duell Perry versus Obama hinauslaufen. Doch dann kamen seine legendären Patzer in den Fernsehduellen, bei denen er sich um Kopf und Kragen redete.


Dabei wurden in Iowa und New Hampshire eigentlich erst 36 der insgesamt 2288 Delegiertenmandate für die National Convention der Republikaner vergeben, also gerade einmal 1,6% aller Delegierten und beide Bundesstaaten können keinesfalls als repräsentativ für die gesamte USA gelten, was etwa die politischen Konfliktlinien oder die demographische Struktur anbelangt. Trotzdem sind mit Michele Bachmann und Rick Perry bereits die beiden ausgestiegen, die als deutliche Außenseiter gelten können, was sich auch jenseits der beiden Bundesstaaten in den US-weiten Umfragen ausdrückt. Rick Perry empfahl seinen Anhängern die Wahl von Newt Gingrich. Jon Huntsman, der sich ebenfalls zurückgezogen hat, sprach sich für die Wahl von Mitt Romney aus.

 

 

Bleibt Gingrich im Rennen?

 

Grafik: Associated PressDemnach verbleiben im Feld Mitt Romney, Rick Santorum und Ron Paul, die allesamt bereits Mandate für Delegierte erringen konnten, sowie Newt Gingrich, der jetzt in South Carolina mindestens auf dem 2., eigentlich eher auf dem 1. Platz landen muss, um im Rennen zu bleiben. Letztlich entscheidend für die Frühphase des Wahlkampfes innerhalb der republikanischen Partei und wer im Rennen bleibt, werden die Primaries in Florida sein, wo mit 50 Delegierten die bislang meisten Mandate für die National Convention vergeben werden. Danach wird sich das Feld auf vermutlich drei Bewerber reduzieren, die dann in den folgenden 46 Vorwahlen fleißig Stimmen und damit Delegierte sammeln werden, um am Ende sich eine Mehrheit von mindestens 1144 Stimmen zu sichern.

 

Da sich Gingrich, Romney und Santorum nur marginal in ihrer (außen)politischen Agenda unterscheiden, lohnt ein Blick auf die bisherigen Ergebnisse von Ron Paul, des libertär-konservativen Kriegskritikers (Vgl. dazu a. den Hauptartikel): Paul erreichte als Außenseiter, der vom Parteiestablishment in gewisser Weise wegen seiner Positionen ignoriert wird, in Iowa mit 21.4% einen beachtlichen dritten Platz und in New Hampshire mit 22.9% sogar den zweiten Platz. Beim Mittelwert aller Umfragen unter republikanischen Wählern, der von RealClearPolitcs.com berechnet wird, ergibt sich US-weit derzeit folgendes Bild: Romney: 31.0%; Gingrich: 20.0%; Paul: 14.4%; Santorum: 14.2%.

 


In South Carolina, wo die Primaries am heutigen 21. Januar durchgeführt werden, hat Nate Silver vom Blog fivethirtyeight.com, der inzwischen von der New York Times übernommen wurde, folgende Prognose errechnet:

Grafik: Screenshot von www.nytimes.com

 

Huffington Post: South Carolina Primary 2012: Live Election Day Updates

New York Times: Santorum Says He Will Remain in Race Through Florida

 

 

South Carolina und Florida: The winner takes it all

 

Verschiedene TV-Sender und Medien haben Newt Gingrich bereits zwei Stunden nach Schließung der Abstimmung zum Sieger erklärt. Da in South Carolina (im Gegensatz zu anderen Bundesstaaten) das Prinzip the-winner-takes-it-all gilt, erhält Gingrich mit einer relativen Mehrheit von 40,4% alle 23 Delegiertenmandate für South Carolina. Diese Regelung gilt auch für Florida, was natürlich nicht nur dazu führt, dass im Ergebnis der Delegiertenmandate der Währwille lediglich grob verzerrt dargestellt wird, sondern zudem die Bedeutung dieser beiden frühen Vorwahlen noch einmal gesteigert wird.

Grafik: Screenshot von www.nytimes.com

 

Die weiteren Ergebnisse finden sich z.B. hier: Washington Post: South Carolina Statewide results und die bisherige Anzahl der Delegierten.

 

In Florida (31. Januar) hingegen sieht es nach Nate Silvers Berechnungen gut für Romney aus. Hier gilt es, 50 Delegierte für die National Convention zu erringen, die - wie in South Carolina - allesamt derjenige bekommt, der die relative Stimmenmehrheit erreicht:

 

Grafik: Screenshot von www.nytimes.com

 

Zu den Ergebnissen und dem weiteren Fahrplan der Republikaner: Results of the 2012 Republican Party presidential primaries bei en.wikipedia.org;


Share



Uwe-Jürgen Ness | Texte zu Politik, Geschichte & Literatur